Kirchliche Nachrichten vom 25. März bis 1. April 2020

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen werden alle Gottesdienste, Treffen und Besprechungen abgesagt.
Kirche, Gemeindehaus und Kindergarten müssen geschlossen bleiben.

Gemeindeleben trotz Corona

Liebe Gemeinde,

draußen scheint heute (Montag) die Sonne und man bekommt Lust draußen spazieren zu gehen und den Frühling zu genießen. Schön wäre es jetzt, sich mit Freunden, Familie, in Vereinen...  treffen zu können, um all das zu unternehmen oder miteinander zu gestalten, was noch vor 14 Tagen ganz selbstverständlich möglich war. Wir wissen natürlich, dass das in dieser Situation nicht geht. Wenn sich viele Menschen in kurzer Zeit anstecken, sind unsere Krankenhäuser schnell überfordert. Aber wir spüren, wie sehr wir die Gemeinschaft mit anderen brauchen - miteinander lachen, sich sehen, sich unterhalten, sich besuchen, sich nahe kommen, einen Kaffee miteinander trinken, zusammen arbeiten, ... all das, was Leben ausmacht. Wir brauchen das Miteinander damit es uns gut geht. An Weihnachten feiern wir, dass Gott in unsere Welt kommt. Wir sind ihm wichtig. In den Evangelien wird oft davon erzählt, dass Jesus Menschen persönlich begegnet ist und diese Begegnung Menschen gestärkt, ermutigt, herausgefordert - kurz sie verändert hat. Die Botschaft dahinter lautet: Wir sind Gott wichtig. Das Wort "Gemeinde" ist nicht umsonst mit dem Wort gemeinsam verwandt. 

Wir können wir jetzt "Gemeinschaft" leben, wo wir uns nicht sehen sollen? Wir müssen nach neuen Formen suchen und die Möglichkeiten nutzen, die es für uns gibt. Nehmen Sie sich doch die Zeit, um miteinander mehr zu telefonieren. WhatsApp und skype sind ja längst bei den Jüngeren etabliert.

Auch für die ausfallenden Gottesdienste gibt es einen Ersatz in Rundfunk und Fernsehen. Weitere Möglichkeiten sind Online- oder Streamingangebote. Sie finden Anregungen auf unserer Webseite: https://www.ev-kirche-steinenberg.de

Auch Gebete, Informationen für Kinder und Jugendliche und weitere Informationen sind dort zu finden. Im Laufe der Zeit wird das Angebot und Hinweise auf Angebote stetig wachsen. Vielleicht können hier Jüngere den Älteren zur Seite stehen und Gebete, Gedanken, Predigten ausdrucken und diese, wenn von den Älteren gewünscht, in Papierform zur Verfügung stellen.

Vielleicht kommen Menschen unter uns in Not, weil sie das Haus nicht mehr verlassen dürfen. Wenn andere den Einkauf besorgen und die Besorgungen vor die Türe stellen oder anderswie helfen, ist auch dies ein Zeichen für ein lebendiges Gemeindeleben.

An den Sonntagen läuten die Glocken weiter zur gewohnten Zeit. Wer sie hört, kann sich erinnern lassen, dass nun viele Christen in Gottes Wort lesen und beten – und kann es auch selber tun. Auch so entsteht eine Verbundenheit, ohne dass Menschen zusammenkommen können.

Nicht zuletzt: Eine Idee kam aus Italien, wo Menschen von den Balkonen herab miteinander singen. Passt das auch nach Steinenberg? Einen einzelnen Trompeter, der "Freude schöner Götterfunken" spielte, habe ich schon gehört. Danke dafür. 

 

Zum Schluss eine Meditation einer Kollegin, Pfarrerin Stefanie Heimann, zu Psalm 25,15: Meine Augen sehen stets auf den HERRN

MEINE AUGEN

sind noch groß vor Schreck – wie konnte sich unsere Welt so schnell verändern?
starren auf den Bildschirm, morgens mittags abends – wie viele werden schwer erkranken?
sehen in die Zukunft voll Sorge – wer hilft uns?
schauen auf meine Liebsten – wann sehe ich sie wieder?
haben schon lang kein Gesicht mehr gesehen – wer sieht mich?

SEHEN

und handeln, das bin ich gewohnt – doch jetzt bin ich hilflos
und planen will ich, aber ich blicke nicht über den Tag hinaus
will ich heute und meine Augen nicht verschließen
und verstehen möchte ich dich, Herr
und begreifen will ich: Was willst du, dass ich tue?

STETS

hab ich vertraut
hab ich gehofft
hab ich doch auch gebeten: Ich glaube, hilf meinem Unglauben

AUF DEN HERRN

verwiesen ist mein sterblicher Leib, mein zerknirschter Geist
werfe ich mich heute mit Leib und Seele
warte ich mit Sehnsucht
lade ich unsere Ängste und Sorgen, die Not der Kranken, die Erschöpfung der Pflegenden
hin lebe ich, berge mich in ihm

SEHEN STETS MEINE AUGEN

 

Eine behütete und trotz allen Schwierigkeiten gesegnete Zeit wünscht Ihnen Ihr

Pfr. Stefan Nemesch

 

E-Mail: Pfarramt.Steinenberg@elkw.de

Pfarrer Nemesch, Pfarramt Steinenberg, Tel. 64 27, Fax 92 95 26

Kirchenpflege Steinenberg, Bergstraße 3, 73635 Rudersberg-Oberndorf,

Tel. 07183 30 77 376, E-Mail: kirchenpflege@ev-kirche-steinenberg